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50 Jahre Uhrenmuseum Beyer – Die Sammlung wächst

Seit 50 Jahren lädt das Uhrenmuseum Beyer im Untergeschoss der Bahnhofstrasse 31 zu einer Zeitreise ein. Die Geschichte der Zeitmessung wird anhand von rund 300 Uhren und Zeitmessgeräten sicht- und erlebbar gemacht. Die Sammlung, die von Theodor Beyer (1926 – 2002) aufgebaut wurde und seit 1971 der Öffentlichkeit zugänglich ist, zählt mittlerweile über 1000 Objekte.

Und immer wieder werden dem Museum weitere Zeitmesser angeboten, vielfach mit einem Bezug zur Familien- und Unternehmensgeschichte der Beyer Chronometrie. So stossen jährlich ungefähr zehn Uhren zu unserer Sammlung dazu. Ausgewählte Preziosen stellen wir Ihnen jeweils in einer kleinen Sonderausstellung vor. Durch die turbulenten Ereignisse des letzten Jahres wurden auch wir überrascht. Umso mehr freuen wir uns, Ihnen in unserem Jubiläumsjahr 2021 Neuerwerbungen aus den letzten zwei Jahren vorstellen zu dürfen.

Neuerwerbungen - Ausstellung ab September 2021

Armbanduhr „BEYER 2016“ aus Weissgold von Patek Philippe, Genf, Schweiz 2016. Limitierte Auflage à 25 Stück mit Jahreskalender und blauem Zifferblatt, automatischer Aufzug.Die Armbanduhr „Caliber 324 S QA LU 24h“ mit Jahreskalender ist Teil einer Sonderausgabe zum 5. Jubiläum der Patek Philippe Boutique by Beyer. Diese eröffnete 2011 als erste (und schweizweit bisher einzige) händlergeführte Patek Philippe Boutique. Die Zusammenarbeit der Uhrenhändlerfamilie Beyer mit der Genfer Manufaktur geht bis in deren Gründerjahre zurück. Die Uhr mit Originalzertifikat trägt die Aufschrift „Beyer 2016“ auf dem unteren Gehäusedeckel.

Armbanduhr „Oyster Perpetual“ aus Edelstahl von Rolex, Genf, Schweiz um 1935. Mit Bow Tie – Zifferblatt, automatischer Aufzug. Diese Armbanduhr aus den 1930er Jahren ist in vollständig originalem Zustand. Sie fällt neben ihrem typischen „Bubbleback“ Gehäuse, ein Markenzeichen der frühen Perpetual-Modelle mit automatischem Aufzug, durch ein spezielles Zifferblatt auf: Durch den Schliff in Form einer Fliege erhielt es die Bezeichnung „Bow Tie“-Zifferblatt. Die Uhr wurde von Beyer verkauft. Ein Kennzeichen der Rolexuhren der damaligen Zeit ist die Händlersignatur BEYER auf dem Zifferblatt.

Damen-Armbanduhr aus verchromtem Nickel von Dollar, Besançon, Frankreich um 1930-35. Handaufzug, mit Foto der langjährigen Besitzerin. Der Vater der Vorbesitzerin dieser Uhr mit analoger Digitalanzeige erstand sie vermutlich an der Weltfachausstellung 1937 in Paris. Die Uhr war ein Geschenk für seine Frau, die auf dem mitausgestellten Foto abgebildet ist, möglicherweise anlässlich ihrer Hochzeit im Juli 1939. Sie blieb über 80 Jahre im Familienbesitz und wurde regelmässig getragen. 2020 kam sie als Schenkung ins Uhrenmuseum Beyer.

Taschenuhr aus Gelbgold von IWC, Schaffhausen, Schweiz um 1958. Handaufzug mit Lederetui. Diese halboffene Taschenuhr von International Watch Co. Schaffhausen (IWC) wird zum Schutz im dazugehörigen, mitausgestellten Lederetui aufbewahrt. Gemäss unseren Lagerbüchern wurde sie am 27. September 1958 im Laden der Beyer Chronometrie verkauft. 2020 fand sie den Weg zurück in die Museumssammlung.

 

Taschenuhr „Mathematic“ aus Edelstahl mit Rechenscheibe von Didisheim-Goldschmidt Fils & Cie., Juvenia, La Chaux-de-Fonds, Schweiz 1940er Jahre. Handaufzug. Einer der Urväter der Rechenscheibe war der Schweizer Mathematiker und Uhrmacher Jost Bürgi. Die Rechenscheibe, auch Rechenschieber genannt, diente in vor-elektronischer Zeit dem Ausführen von verschiedenen mathematischen Operationen. Diese Taschenuhr ist mit einem doppelten mechanischen Rechenschieber ausgerüstet, wie ihn z.B. Architekten oder Ingenieure verwendeten. Mit dazugehörigem Patent vom Januar 1948 ist das gut dokumentierte Messinstrument eine Bereicherung für die Museumssammlung.

Taschenuhr mit Musikspielwerk aus Rotgold unsigniert, Schweiz um 1820. Schlüsselaufzug, mit Aufzugschlüssel. Diese Taschenuhr verfügt neben einer Viertelstundenrepetition über ein Walzen-Musikspielwerk. Das Zifferblatt ist in zwei verschiedenen Tönen vergoldet und wurde kunstvoll guillochiert. Die Taschenuhr mit ebenfalls ausgestelltem Aufzugsschlüssel kam 2020 ins Uhrenmuseum Beyer.

Taschenuhr aus Silber und Rotgold von Vacheron Constantin, Genf, Schweiz 1903. Gehäuse aus oxidiertem Silber und Rotgold, Zifferblatt Email mit roten Ziffern, Handaufzug. Halboffene Lépine-Taschenuhr in kunstvoll gearbeitetem Gehäuse. Auf der Rückseite ist in Rotgold auf oxidiertem Silbergrund der mythologische Vogel Greif dargestellt. Die Genfer Manufaktur Vacheron Constantin wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts sehr geschätzt für ihre Schmuckuhren, zu denen auch dieses Stück gehört. Drei Jahre nach seiner Entstehung, an der Weltausstellung von 1906 in Mailand, gewann Vacheron Constantin für die ausgestellte Kollektion sogar den Grand Prix.

Broschenuhr aus Gelbgold von A. Lange & Söhne, Glashütte Dresden, Deutschland um 1900. Gehäuse und Brosche mit Email und Diamanten verziert, Handaufzug mit Chatelaine. Diese Broschenuhr steht für eine langjährige Praxis, die Uhr an einer Kette, einer sogenannten Chatelaine, am Körper zu tragen. Lange, mehrgliedrige Chatelaines wichen mit der Zeit immer kleineren, aber nichtsdestotrotz sehr aufwändig gestalteten Schmuckuhren. Hier sind Brosche und Rückseite des Uhrengehäuses mit guillochiertem, durchscheinendem Email verziert und mit Diamanten besetzt. Das Zifferblatt besteht aus weissem Email mit roter Beschriftung.
 

Taschenuhr aus Gelbgold von The West End Watch Co., Leytron, Schweiz / Bombay, Indien um 1890. Reich verziertes Gehäuse aus Email, Perlen und Diamanten, Handaufzug. Die „West End SA. Compagnie des montres“ war auf die Herstellung von Uhren für den indischen Markt spezialisiert. Ende der 1880er Jahre gegründet, unterhielt sie mehrere Niederlassungen, unter anderem in Genf, Bombay und Kalkutta. Diese Taschenuhr stammt der Inschrift nach aus der in Bombay niedergelassenen Zweigstelle „The West End Watch Company“. Der Zusatz „EXTRA“ ist ein Hinweis auf ihre Komplikationen und die hochwertige Fertigung der Uhr: Die Savonnette „Half Hunter“ mit kreisförmigem Glaseinsatz im Sprungdeckel besitzt neben einem reich verzierten Gehäuse eine Datums-, Wochentags- und Mondphasenanzeige und einen Chronographen.

Taschenuhr mit Chatelaine von Carl Heinrich Weisse, Dresden / Meissen, Deutschland zugeschrieben um 1755. Porzellan, Schlüsselaufzug, mit Box und Schlüssel. Die Taschenuhr mit passender Chatelaine ist reich verziert. Gehäuse und Chatelaine sind goldgefasst und auf Meissner Porzellan mit Putti, Schwänen und mythologischen Figuren bemalt. Die Hinterseite des Gehäuses zeigt die Verfolgung der Nymphe Syrinx durch Pan, eine Szene aus Ovids Metamorphosen. Solche Darstellungen waren typisch für das Ende des 18.en Jahrhunderts, eine Blütezeit der deutschen Porzellanmanufaktur.

Taschenuhr Lépine aus Gelbgold von Patek Philippe, Genf, Schweiz 1919. Handaufzug, mit Kette, Zertifikat und Box. Diese hervorragend dokumentierte Taschenuhr mit originalem Garantie-Zertifikat von Patek Philippe hat eine besondere Geschichte: Sie wurde 1924 Albert Borsdorff, dem damaligen Direktor der Tuchfabrik Wädenswil A. G. als Geschenk zum 25-jährigen Firmenjubiläum überreicht. Die Schenkung wurde in einer Inschrift auf dem Staubdeckel festgehalten. Eine weitere Gravur auf dem Rand des Staubdeckels bescheinigt, dass sie bei Beyer in Zürich gekauft wurde. Die Taschenuhr kam 2019 in die Museumssammlung.

 

Herren-Armbanduhr aus Silber von Beyer, Zürich, Schweiz 1920er Jahre Handaufzug mit blauer Beyer Box. Diese Armbanduhr aus Silber wurde in den 1920er Jahren von Beyer zusammengesetzt und verkauft. Mit ihrem schlichten Gehäuse und ebenfalls silbernen Gliederarmband repräsentiert sie den modernen und doch eleganten Stil der damaligen Zeit, als das Tragen von Armbanduhren auch bei den Männern üblich wurde. Die Beyer-Uhr mit originaler blauer Box fand 2020 ihren Weg zurück an die Bahnhofstrasse.

Wir freuen uns, Sie hoffentlich bald in unserem Uhrenmuseum begrüssen zu dürfen.

Beyer Chronometrie