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Ein perfekter Match

Das grosse Thema im Beyer-Atelier ist derzeit der aufwendige «Pepsi-Ring». Sein Auftraggeber: der deutsche Fussballprofi Shkodran Mustafi.

Shkodran Mustafi (1992) spielt als Innenverteidiger beim spanischen Verein UD Levante in Valencia. Mit der deutschen Nationalmannschaft gewann er 2014 die Fussball-Weltmeisterschaft. Der zweifache Familienvater ist mit einem Schweizer Model verheiratet und ein passionierter Sammler. Neben schnellen Autos haben es dem Deutschen mit mazedonischen Wurzeln vor allem hochwertige Uhren und dazu passender Schmuck angetan.

Man merkt, dass Shkodran Mustafi einen geübten Blick hat, wenn es um raffiniert verarbeitete Materialien geht. Sorgfältig studiert er die Skizzen und den ausgedruckten Entwurf: Auf dem markanten Ring in Roségold wiederholen sich abwechselnd rote Rubine, blaue Saphire und Diamanten im Baguetteschliff. Mustafi stellt kluge Fragen, geht neugierig ins Detail und schwärmt schliesslich: «Genauso habe ich ihn mir vorgestellt – das ist ein perfekter Match.» Mit dem Match meint er für einmal kein Fussballspiel, sondern die ideale Ergänzung für seine Uhr, die jetzt unter dem Ärmel seines Vestons hervorlugt. An der Lünette der Rolex «GMT Master II Saru», die auch als «Edel-Pepsi» Berühmtheit geniesst, funkeln dieselben Edelsteine. «Ich mag es, wenn die Dinge zusammenpassen», sagt Mustafi. «Manchmal wähle ich sogar meine Kleider nach dem Auto aus, das ich an dem Tag fahren werde.» Dann grinst er übers ganze Gesicht: «Klingt jetzt voll nach Fussballerklischee, nicht?»

SEINE FRAU FÜHRTE IHN ZU BEYER

Shkodran Mustafi ist einer der besten Innenverteidiger der Welt. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde er 2014 Weltmeister. Heute steht er beim spanischen Erstligisten UD Levante in Valencia unter Vertrag. Und man fragt sich natürlich: Wie kommt es, dass Mustafi an diesem Tag im Beyer-Schmuckatelier in Zürich die Rendering- Version seines Rings absegnet? Freimütig erzählt der sympathische bodenständige Deutsche mit mazedonischen Wurzeln aus seinem Leben. Und dass er eben nicht nur in Valencia lebt, sondern zeitweise auch in der Schweiz, da seine Frau von hier stammt: Seit 2016 ist er mit dem Model Vjosa Kaba verheiratet. Bei einem Spaziergang durch Zürich habe sie ihn vor das Schaufenster von Beyer geführt. Wie der Zufall es wollte, war darin eine Rolex «Day-Date Rainbow» samt passendem Ring ausgestellt. Das wollte sich Mustafi genauer ansehen, denn schon lange keimte in ihm eine ähnliche Idee.

SPEZIALWÜNSCHE WILLKOMMEN

Ein spontanes Erstgespräch später wusste der Endzwanziger, dass er an der richtigen Adresse gelandet war. «Es ist beeindruckend, wie viel die Leute bei Beyer von ihrem Metier verstehen – und wie leidenschaftlich sie ihren Job machen», sagt Mustafi. Und fügt hinzu: «Mich faszinieren sonst ja eher neue Technologien, aber in so einem Fall braucht es Experten mit viel Erfahrung.»

Die hat der langjährige Chef des Beyer- Schmuckateliers, Carlo Mutschler, auf jeden Fall. Er kennt die Herausforderungen, wenn ein Kunde mit einem besonderen Wunsch kommt. Bei einem Ring beginnen sie schon bei der Fassung: «Die wird akribisch am Computer geplant und von einem Goldschmied von Hand gelötet und mit dem Laser geschweisst. Das Ziel ist, ein festes, formschönes Gerüst zu erschaffen, das den Steinen Raum zum Strahlen gibt.»

Parallel dazu geht Mutschler auf die Suche nach den perfekten Edelsteinen: Farbe, Qualität und Brillanz müssen hundertprozentig stimmen, bei Beyer werden keine Kompromisse gemacht. Ein Schleifer bringt sie in die richtige Form, sodass im Anschluss ein Setzer – es gibt nur wenige mit der nötigen Fingerfertigkeit – sie mit einem Höchstmass an Präzision platzieren kann. «Am Schluss muss sich der Kreis perfekt schliessen», erklärt Mutschler. «Falls das Ergebnis einen Hauch von der Ideallinie abweicht, heisst es: Auf ein Neues!»

Für den Ring von Shkodran Mustafi nimmt man bei Beyer seit Monaten Edelsteine aus Amsterdam und Tel Aviv unter die Lupe – noch hat man nicht das komplette Set zusammen. Geduld ist gefragt, Mutschler entschuldigt sich bei Mustafi. Doch der zuckt bloss mit den Schultern: Geduld ist eine der Tugenden, die ihn in frühester Jugend von einem kleinen Dorf im mitteldeutschen Hessen über eine Kreis- und eine Landesauswahl bis zum Profivertrag (und das als 14-Jähriger!) nach Hamburg und später in die deutsche Nationalmannschaft gebracht hatten. Und das auf der Position des Innenverteidigers, die eine hochpräzise Technik, ein konsequentes Vorgehen und viel Besonnenheit verlangt – also sehr ähnliche Eigenschaften, wie sie auch ein Uhrmacher oder ein Goldschmied mitbringen muss.

«KLINGT JETZT VOLL NACH FUSSBALLERKLISCHEE, NICHT?»

 

«Wenn der Stürmer einen Fehler macht, sind noch acht Spieler hinter ihm, die ihn wiedergutmachen können», sagt Mustafi schmunzelnd. «Aber wenn ein Innenverteidiger kurz nicht aufpasst, wird das oft mit einem gegnerischen Tor bestraft.» Ein Fehler, der ihn bis heute wurmt, unterlief ihm vor einigen Jahren im Pokalspiel gegen Barcelona. «Es war im Halbfinale, und ich war in diesem Moment mit Messi allein im Strafraum. Er wollte schiessen, und ich versuchte, mit der Zehenspitze den Ball aus seiner Schussbahn zu bekommen. Das gelang mir sogar, nur leider habe ich ihn danach leicht berührt. Das Resultat: ein Elfmeter gegen uns und eine Rote Karte für mich. Beides unverdient, das ärgert mich bis heute.»

DIE UHR DES GROSSVATERS

Messi, Ronaldo, Karim Benzema: Die grossen Namen des Weltfussballs sind seit Jahren die Gegner, denen Mustafi Wochenende für Wochenende das Leben schwer zu machen versucht. Neben dem Platz ist es aber vor allem seine Familie, die ihn beflügelt, seine beiden Kinder. Und: seine Sammlerleidenschaft.

Erst waren es schnelle Autos, dann begann er sich für limitierte Uhren zu interessieren und schliesslich für dazu passenden Schmuck. Wobei für Mustafi stets Einmaligkeit im Vordergrund steht, der reale Wert ist ihm zweitrangig. So bezeichnet er als sein liebstes Stück in der Sammlung jene einfache Uhr, die sein Grossvater tagaus, tagein getragen hatte. Überhaupt stehen für Mustafi Schmuck und Uhren in engem Zusammenhang mit Emotionen – davon profitieren auch seine Frau, seine Eltern, Grosseltern und Geschwister, die regelmässig mit Preziosen beschenkt werden. Ausserdem freut sich Mustafi jetzt schon darauf, seine Lieblingsstücke dereinst an seine Kinder weitergeben zu können.

Heute fliegt Shkodran Mustafi ohne den neuesten Zugang in seiner wachsenden Schmuck- und Uhrensammlung zurück nach Spanien. Doch bald schon wird er wiederkommen, um die Edelsteine zu begutachten. Und, wenn er schon da ist, mit seiner Frau Vjosa gemütlich durch Zürich zu schlendern, wo er, im Gegensatz zu Valencia, ungestört die Schaufensterauslagen studieren und sich Träumen hingeben kann.

Beyer Chronometrie