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Happy Birthday Uhrenmuseum Beyer!

Am 11. März 2021 feierte das Uhrenmuseum Beyer einen runden Geburtstag: Seit seiner Eröffnung im Jahr 1971 sind genau 50 Jahre vergangen.

Seither bietet das erste und (bis heute einzige) Museum an der Zürcher Bahnhofstrasse Jahr für Jahr Hunderten von Gästen einen Einblick in die Geschichte der Zeitmessung. Die Dauerausstellung zeigt Uhren und Zeitmessgeräte von der Antike bis zur Gegenwart. Sie wird laufend ergänzt und in Präsentation und Museumstechnik der Zeit angepasst. Pünktlich zum Jubiläum erhielt das Uhrenmuseum im letzten Sommer eine neue Innenausstattung, welche die knapp 300 ausgestellten Uhren in noch hellerem Licht erstrahlen lässt.

Sammler und Museumsgründer Theodor Beyer

Gegründet wurde das Uhrenmuseum Beyer von Theodor Beyer, Vater von René Beyer, der das Familienunternehmen ab Mitte der 1950er Jahre bis in die 1980er Jahre führte. Theodor Beyer war nicht nur Uhrmacher und Uhrenhändler, sondern ein passionierter Sammler. Mit stetiger Beharrlichkeit baute er eine immer umfangreichere Sammlung auf, die er in mehreren Lagerräumen in Zürich aufbewahrte. Sein grosses Fachwissen und das familiäre und geschäftliche Kontaktnetz trugen ihm immer wieder besonders wertvolle und seltene Schätze zu. Als sich 1971 durch leerstehende Räumlichkeiten die Gelegenheit bot, machte Theodor Beyer seine Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich und richtete unter dem Ladengeschäft an der Bahnhofstrasse 31 ein privates Uhrenmuseum ein. Seine weiterwachsende Uhrensammlung pflegte Theodor Beyer leidenschaftlich und akribisch. Jede Uhr erhielt eine Inventarnummer und wurde mit Angaben zu Hersteller, Datierung, Technik und Herkunft erfasst.

Reparaturen an den Sammlungsobjekten wurden ebenfalls auf den Stammblättern dokumentiert. Mit Kategorien wie Taschenuhren, Tischuhren, Wanduhren, Chronometer oder Pendulen gliederte er die Sammlung in zahlreiche Unterbestände. Begleitet und unterstützt wurde Theodor Beyer von seiner Frau Annette, die selbst eine wertvolle Puppen- und Automatensammlung besitzt. Neben ihren Tätigkeiten im Geschäft und dem Sammeln berieten Theodor und Annette Beyer auch andere Museen wie das Topkapi Museum in Istanbul oder das Schweizerische Nationalmuseum.

Das Museum der Zeitmessung in den 1970er Jahren
Das Museum der Zeitmessung in den 1970er Jahren

1975 war Theodor Beyer Mitgründer und erster Präsident der Chronometrophilia, einem Verbund von Uhrensammlern, der jedes Jahr zwei Fachzeitschriften zu antiken Uhren veröffentlicht. Mitte der 1990er Jahren wurde das Museum umgebaut und modernisiert und bekam zwei bedeutende Neuzugänge: eine der ersten Kirchturmuhren im Kanton Zürich, das grösste Uhrwerk im Museum, das seitdem den Museumsbesucherinnen mit lautem Ticken den Takt angibt und die Pendule Sympathique, eine äusserst seltene Kombination aus Taschenuhr und Tischuhr. Die Tischuhr synchronisiert mit einem vom berühmten Uhrmacher Abraham Louis Breguet erfundenen Mechanismus die kleinere Taschenuhr, so dass diese auf die Minute genau die Zeit anzeigt.

Seit dem Tod von Museumsgründer Theodor Beyer im Jahr 2002 führt sein Sohn René Beyer das Museum. Die Automatensammlung von Annette Beyer und eine weitere Spezialsammlung zu elektronischen Uhren sind extern und auf Anfrage zugänglich. Im Uhrenmuseum an der Bahnhofstrasse finden neben der Dauerausstellung über die Geschichte der Zeitmessung immer wieder Sonderausstellungen zur Geschichte der Uhrmacherei sowie zu zeitgenössischen Themen statt. Wichtige Objekte aus der Sammlung werden regelmässig als Leihgaben an nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt. Veranstaltungen wie Museumsführungen, Lesungen und Vorträge bereichern den Museumsalltag ebenso wie stimmungsvolle Apéros oder der Besuch von Schulklassen. Als öffentlich zugängliche Sammlung von Uhren aus allen Epochen nimmt das Uhrenmuseum auch eine Vermittlungsaufgabe wahr. Seit einigen Jahren arbeitet das Museumsteam daran, die Sammlungsbestände in einer Datenbank zu erfassen und die Stammblätter von Theodor Beyer zu digitalisieren mit dem Ziel, diese wertvollen Informationen zu erhalten und Interessierten zugänglich zu machen. In Zeiten wie diesen, in denen das Reisen nur eingeschränkt möglich ist, werden diese Bestrebungen noch wichtiger.

Pendule Sympathique von Abraham Louis Breguet mit Tischuhr und Taschenuhr
Theodor Beyer im Uhrenmuseum mit seinen Kindern René Beyer und Muriel Zahn-Beyer

Der Zugang zum Museum ist aktuell eingeschränkt. Bei allfälligen Wartezeiten danken wir Ihnen für Ihr Verständnis! Aufgrund des Versammlungsverbotes von mehr als fünf Personen finden bis auf Weiteres keine Führungen oder Veranstaltungen statt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch
Ihr Museumsteam

Beyer Chronometrie