
«GOTTHARDPOST» EN MINIATURE
Fünfzehn Stunden dauerte die holprige Reise mit dem Fünfspänner über den Gotthard damals: Das Gemälde «Gotthardpost», das der Zürcher Maler Rudolf Koller 1873 für Alfred Escher realisierte, gehört zu den bedeutendsten der Schweiz. Eine kunstvolle Email-Miniatur davon ziert den Sprungdeckel dieser Taschenuhr. Sie ist ein Unikat: Patek Philippe schenkte sie Beyer 1985 zum 225-jährigen Firmenjubiläum.
HEILIGER GEORG HOCH ZU ROSS
Die Savonnette-Taschenuhr (1896) von Patek Philippe in 18 Karat Gold ist eine Augenweide: Blumen und Blattwerk zieren die Lünette, die Rückseite zeigt als Relief den Heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen, die Innenseite ein Schiff im Sturm. Im Innern tickt ein aufwendiges Werk samt einer 1891 patentierten Patek- Philippe-Präzisionsanzeige.


IM RENNEN GEGEN DIE ZEIT
Dass solche Wagenlenker im Römischen Reich zu kriegerischen Zwecken eingesetzt wurden, ist eine Mär: Sie traten lediglich zur Belustigung des Pöbels auf, etwa im Circus Maximus, und gern auch im Kampf gegen Gladiatoren. Der Hersteller dieser Tischuhr ist unbekannt, auf dem Zifferblatt steht lediglich «Beyer Zürich», im Uhrwerk selbst fehlen Hinweise. Erstaunlich bleibt, wie leicht der Fahrer die Pferde zu lenken scheint – und wie schwer die Uhr auf der massiven Marmorplatte tatsächlich ist.
EIN SCHRIT TZÄHLER IN DER SAT TELUHR
Wer dachte, der Schrittzähler sei eine Erfindung der kontrollsüchtigen Neuzeit, sieht sich geirrt: Bereits 1799 wurde ein Patent eingetragen, das die Schrittzahl von Pferden registriert. Diese feuervergoldete Taschenuhr mit Pedometer wurde um 1860 von Ralph Gout entwickelt. Die Grundplatte wird am Sattel befestigt, der Zähler schwingt bei der Bewegung des Pferdes auf und ab und misst so seine Schritte.


WEM DIE STUNDE SCHLÄGT
Schlägt das Werk die volle Stunde, kommt Leben ins Renaissance-Türmchen aus Nürnberg (um 1580): Auf verschiedenen Ebenen bewegen sich berittene Krieger und Infanteristen. Aus Schiessscharten gucken Köpfe und verschwinden wieder. Solche mechanischen Automatenspielwerke gibt es seit der Antike, wo sie meist noch mit Wasserkraft angetrieben wurden.



