Natürlich, und das sei nur am Rande erwähnt, zeigt diese Uhr die Zeit an. Beinahe unfassbar genau sogar. Rolex hat sie ja auch zum «Superlative Chronometer» geadelt – ein Prädikat, das weit über die gängige Zertifizierung für präzise Uhren hinausgeht. Und verspricht: Die tägliche Abweichung der mechanischen Modelle von der Atomzeit beträgt allerhöchstens ± 0,0023 Prozent. Das ist ein extremer Wert: Würde man ihn auf einen Kilometer Strecke übertragen, entspräche er 23 Millimetern. Doch darum geht es hier nicht primär. Es geht um Sehnsucht. Um Fernweh. Um Träume. Auch wenn wir es mit einer Uhr mit hohem Praxisnutzen zu tun haben. Allein der Name: Explorer. Grossartig. Ein Manifest. Ein Versprechen. Er ruft Erinnerungen wach an eine ferne Zeit, als es noch unentdeckte weisse Flecken in handkolorierten Atlanten gab. Und unbezwingbare Gipfel. Den Mount Everest etwa.
ALLEIN DER NAME: EXPLORER.
EIN MANIFEST.

Der Mount Everest ist ein gutes Beispiel: Bei dessen Erstbesteigung 1953 trug Sir Edmund Hillary tatsächlich eine Rolex Oyster Perpetual am Handgelenk, die ihn zuverlässig durch Hitze, Kälte und die dünne Luft begleitete. Gemeinsam mit Tenzing Norgay erreichte er am 29. Mai den Gipfel – ein Triumph der Willenskraft. Und für Rolex der Beweis, dass ihre neuen Entwicklungen selbst unter Extrembedingungen grösste chronometrische Präzision garantieren.
INSTRUMENT FÜR TAGTRÄUME
In der euphorischen Stimmung nach der Expedition wurde die robuste, gut ablesbare Rolex Oyster Perpetual Explorer vorgestellt. Und die Uhr von Sir Hillary fand in die Sammlung des Uhrenmuseums Beyer. Fast bescheiden liegt sie hier in einer Vitrine. Dabei ist sie von unschätzbarem Wert, erzählt sie doch von einem Moment, in dem Mensch und Uhr Geschichte schrieben.
Doch zurück zur Explorer II. Ihre Magie liegt im orangefarbenen Zeiger – und in der Lünette mit der 24-Stunden-Graduierung. Ursprünglich half diese, Tag und Nacht auseinanderzuhalten, etwa während wochenlanger Höhlenexpeditionen tief unter der Erde, wo man weder den Sonnenaufgang noch den Sonnenuntergang mitbekommt. Für solche Abenteuer war sie ursprünglich konzipiert worden.
Weil sich der Zeiger unabhängig verstellen lässt, macht er die Uhr zugleich zum GMT-Instrument. Praktisch: Man kann eine zweite Zeitzone im Blick behalten – zum Beispiel die Heimatzeit in der Schweiz, während man selbst auf Bali weilt. Man sieht dank der 24-Stunden- Graduierung auch sofort, ob es daheim neun Uhr morgens ist oder neun Uhr abends. Umgekehrt lässt sich prüfen, ob man von Genf aus den Geschäftspartner in Los Angeles anrufen kann oder ob dieser möglicherweise noch schläft.
Daheimgebliebene wiederum können die Explorer II auch als feines Instrument für Tagträume einsetzen. Sie wollten schon lange mal nach Timbuktu reisen, nach Bora-Bora oder nach Sansibar? Dann stellen Sie den orangefarbenen Zeiger einfach auf die dortige Ortszeit ein. Blicken Sie gelegentlich auf die Uhr. Schliessen Sie die Augen. Und reisen Sie im Kopf mitten in die Lokalzeit.
Pierre-André Schmitt gilt als einer der versiertesten Uhrenjournalisten der Schweiz. Für das beyond nimmt er Rolex Modelle unter die Lupe.



