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Eigengewächs

Gutes muss nicht teuer sein: Die Beyer-Uhrenlinie bietet ausserordentliche Qualität fürs kleine Budget – und sogar eine Weltexklusivität.

So viel Wertigkeit zu einem derart niedrigen Preis ist schwer zu toppen: Die «7 Time Zones» ist sicher die aussergewöhnlichste Beyer-Uhr. Sieben mechanisch angetriebene Zifferblätter auf engstem Raum präsentieren die Zeit in sieben Städten rund um den Globus. Der muntere Mechanismus lässt sich durch den 45 Millimeter breiten Saphirboden beobachten; dank Handaufzug versperrt kein Rotor die Sicht auf das Wunderwerk. Und nicht nur die tickenden Rädchen sind eine Augenweide, auch die kunstvoll gefertigte Finissage kann sich sehen lassen.

Jurassische Fairness

«Diese Uhr kostet nicht einmal 3000 Franken – und ist eine Weltexklusivität, niemand darf etwas Ähnliches nachbauen, das Design ist geschützt», sagt René Beyer. Dass ein derart attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis überhaupt möglich ist, geht auf die Freundschaft zwischen Beyer und der Familie Bolzli zurück, die in Saignelégier die Uhrenfirma Aerowatch betreibt. «Als Familienbetrieb, der noch nie auch nur einen Franken Fremdkapital aufgenommen hat, ist ihnen ein langsames Wachstum wichtiger als ein schneller Gewinn», erklärt René Beyer. «Und als Jurassier schichten sie lieber ehrlich Stein auf Stein, als dass sie mit einem teuren Marketingapparat Luftschlösser bauten.» Bei Aerowatch werde ausnehmend fair kalkuliert und der Preisvorteil eben auch an die Kunden weitergegeben.

Seit Bolzlis Aerowatch führen, steht ihnen René Beyer mit Rat und Tat als Götti zur Seite. Im Gegenzug fertigen sie für ihn besondere Aerowatch-Modelle mit Beyer-Label und manchmal sogar exklusiv verändertem Layout. Wie bei der «7 Time Zones», die als Beyer-Uhr bei 12 Uhr nicht Paris als Heimatstadt zeigt, sondern Zürich.

Weiterhin auch Taschenuhren.

«Dass wir in unserem hochkarätigen Sortiment auch eine attraktive eigene Tiefpreislinie anbieten können, macht mich stolz», sagt René Beyer. «Das sehe ich als Vermächtnis.» Das Sortiment reicht vom günstigsten Modell, einer «Les Grandes Classiques» in Stahl mit Quarzwerk für 250 Franken, bis zum mit Abstand teuersten für 5728 Franken: der auf 50 Stück limitierten Taschenuhr «Hebdomas» mit aufgefrischtem Originalwerk aus den 1950er-Jahren und einer achttägigen Gangreserve (beyond Nr. 27). «Dank Aerowatch sind wir auch in einer mir lieben Spezialdisziplin stark», freut sich Beyer: Die Firma war ursprünglich eine Taschenuhrfabrik und pflegt diese Tradition mit einem breiten Sortiment. 

Natürlich habe eine Beyer-Uhr nicht den Wiederverkaufswert einer Rolex oder einer Patek Philippe, räumt René Beyer ein. «Aber sie sind geschmackvoll, robust und langlebig.» Und es muss ja auch nicht etwas derart Aussergewöhnliches sein wie eine «7 Time Zones» oder eine «Hebdomas». Beyers heimlicher Favorit aus dem aktuellen Sortiment ist die zierliche Damenuhr «Les Grandes Classiques» mit mechanischem Werk und Perlmutt-Zifferblatt für 840 Franken. Er schmunzelt: «So viel Qualität zu diesem Preis ist ja wirklich halb geschenkt.»

Text: Matthias Mächler

Beyer Chronometrie